10 Jahre im Depot und seitdem hat sich einiges getan

General Mills Beitragsbild Tierfutter
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Fast hätte ich das Jubiläum der Aktie in meinem Depot verpasst. Im nächsten Monat ist es wirklich schon 10 Jahre her, dass ich meine ersten Stücke von dem US-Konzern gekauft habe. Und seitdem Quartal für Quartal Dividenden eingesammelt habe.

Aber nicht nur, dass sie in dieser Zeit gestiegen sind (wenn auch nur von 0,41 auf 0,59 US$ je Aktie im Quartal). Der Konzern selbst hat sich auch verändert. Und befindet sich immer noch in der Transformation. Gerade das macht ihn aus Aktionärssicht so spannend.

Und so steht für mich der Blick zurück nicht im Mittelpunkt. Das ist Vergangenheit und dafür kann ich mir nichts mehr kaufen. Viel spannender ist die Frage, ob die nächsten 10 Jahre besser werden und inwiefern die Aktionäre davon profitieren.

Wie ich persönlich die Aussichten einschätze und welche Prognose ich für die mögliche Dividendenerhöhung im nächsten Quartal habe, erfährst Du in diesem Beitrag.

2022 war General Mills mit +36% noch mein Top-Performer im Dividendendepot war. 2023 dann aber mit -22% mein größter Verlierer. Den US-Hersteller von Lebensmitteln und Tierfutter habe ich hier ausführlich vorgestellt.

Optisch sieht es nun 2024 wieder etwas besser aus. Die Aktie liegt in diesem Jahr 8,8% im Plus und hatte einen Boden bei 63 US$ ausgebildet:

General Mills im 10-Jahres-Chart in US-Dollar
General Mills im 10-Jahres-Chart in US-Dollar

Dividendenzahlung

General Mills zahlt erneut eine Quartalsdividende von 0,59 US$ je Aktie. Für die 165 Aktien in meinem Depot ergibt das eine Brutto-Dividende von 97,35 US$. Sie wurde von flatex zum Kurs von 1,0718 in Euro umgerechnet. Das entsprach dem EZB-Referenzkurs vom Vortag. Nach Abzug der Steuern verbleibt eine Netto-Dividende von 67,63 €. Sie wurde mit Wertstellung 01.05.2024 überwiesen.

General Mills Dividende im Mai 2024

Annualisiere ich die Quartalsdividende, dann wird innerhalb eines Jahres 2,36 US$ Dividende gezahlt. Bei einem Aktienkurs von 68,30 US$ entspricht das einer Dividendenrendite von 3,5%. Sollte die Dividende erneut zum August erhöht werden, dann liegt sie tatsächlich sogar noch etwas höher.

Meine persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost) liegt – berechnet mit meinem Kaufpreis für den Gesamtbestand und dem aktuellen Umrechnungskurs für die Dividende – bei 5,0%. Im Vergleich ist das etwas niedriger als bei vielen anderen Titeln in meinem Depot. Hintergrund ist, dass noch nicht über meine gesamte Haltedauer deutliche Erhöhungen stattgefunden haben. Inzwischen scheint sich das aber wieder eingependelt zu haben und ich rechne zukünftig mit einer stetigen Verbesserung meines YoC.

Perspektiven

Wenn ich meine Position betrachte, dann hat sich während meiner Haltedauer von inzwischen 10 Jahren seit meinem Erstkauf doch einiges verändert. Der Trend zu gesünderen Lebensmitteln hat sich verstärkt. General Mills hat sich darauf eingestellt und sein Geschäft in Tierfutter diversifiziert. Und arbeitet seitdem stetig am Ausbau dieses Portfolios. Schaue ich weitere 10 Jahre in die Zukunft, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass der Umsatzanteil von Tierfutter noch deutlich größer sein wird.

Zuletzt wurde die Übernahme von Edgard & Cooper abgeschlossen. Damit hat General Mills einen Fuß in den europäischen Tierfuttermarkt bekommen und eine der am schnellsten wachsenden Marken in dem Sektor erworben. Auch wenn der Umsatz bisher „nur“ bei 100 Mio. € in 13 Ländern liegt, ist das belgische Unternehmen, das erst 2016 gegründet wurde, eine Wette auf die Zukunft.

Edgard & Cooper steht für nachhaltige Zutaten und trifft damit den Zeitgeist bei Hunde- und Katzenbesitzern. Es wirbt damit, auch für Trockenfutter frisches Fleisch zu verarbeiten und sich damit von 95% aller Trockenfuttermarken zu unterscheiden.

Wenn es gelingt, dass das junge Unternehmen seine Dynamik und Frische behält und gleichzeitig die Möglichkeiten des großen US-Konzerns im Hintergrund nutzt, dann sollte das Ganze eine Erfolgsstory für General Mills werden.

Angesichts eines Umsatzes im letzten Jahr von rund 20 Mrd. US$ ist kurzfristig allerdings kein spürbarer Effekt aus der Akquisition zu erwarten. Aber mein Horizont ist ja langfristig und wichtiger als der Umsatz sind ja auch die Margen und damit die Gewinne. Und die sind im Tierfutterbereich ohnehin höher als bei Lebensmitteln.

Zuletzt hat General Mills die Zahlen zu seinem 3. Quartal berichtet. Es umfasste den Zeitraum von Dezember 2023 bis Februar 2024. Dort sank der Umsatz zwar um 1%, dafür konnte aber der operative Gewinn um 25% zulegen. Von 5,1 Mrd. US$ Umsatz blieben operativ 0,9 Mrd. US$ übrig. Daraus ergab sich dann ein Gewinn je Aktie von 1,17 US$ je Aktie. Im Vergleich zum Vorjahresquartal war das ein Plus von 27%.

Was sich auf den ersten Blick gut anhört, führte jedoch für das Gesamtjahr nur zu einer Bestätigung der Prognose. Und die war drei Monate zuvor gesenkt worden. Es wird damit nun weiterhin beim Gewinn je Aktie ein Wachstum von 4-5% (bei konstanter Währung) erwartet. Und beim Umsatz wird mit einem organischen Rückgang von 1% bis zu einem gleichbleibenden Stand gerechnet.

Die Gewinnsteigerung soll ausschließlich durch Kostensenkungen zustande kommen. Kostensenkungen und damit Margenverbesserungen sind natürlich wichtig. Aber sie können nicht beliebig gesteigert werden. Ein nachhaltiges Gewinnwachstum ist nur mit wachsendem organischen Umsatz möglich. Und an dem fehlt es zur Zeit.

Das liegt sicherlich vor allem an den Frühstücksflocken. Sie stehen für 23% des Umsatzes von General Mills. Tiernahrung macht hingegen lediglich 6% aus. Und die größte Umsatzregion ist mit 73% Nordamerika. Insofern ist ein Zukauf in Europa im kleinsten Umsatzsegment dann doch ein wichtiger Schritt. Vor allem ist er ein Signal an den Kapitalmarkt, dass die Neuaufstellung von General Mills noch nicht abgeschlossen ist.

Ich bin deshalb auch zuversichtlich, dass ich mittel- und langfristig wieder mehr Freude mit General Mills in meinem Depot haben werde. Der Aktienkurs hat sich gefangen und jetzt braucht es einfach Zeit. Regelmäßig gibt es Meldungen zu Umstrukturierungen, mal betreffen sie den Joghurt-Bereich und mal Eiscreme. Es ist jedenfalls nicht langweilig und wichtig ist, dass ein roter Faden erkennbar bleibt.

Für mich ist das aktuell gegeben und so bleibe ich auch entspannt als Aktionär investiert. Dafür sorgt auch, dass General Mills seit 124 Jahren ununterbrochen eine Dividende zahlt.

Trotzdem bin ich aktuell nicht euphorisch für die Aktie und sehe es auch nicht als zwingend an, jetzt auf den Kaufen-Knopf zu drücken. Ich bin bereits ordentlich investiert und ich kann das einfach so laufen lassen. Zwar wird bekanntlich an der Börse nicht zum Einsteigen geklingelt. Aber ich sehe jetzt auch nicht, dass General Mills in den nächsten Wochen zum Raketenstart ansetzen sollte. Dafür ist der Umbau zu aufwändig und zu langfristig.

Gespannt bin ich auf die nächste Dividendenerhöhung. Kommt sie wirklich wieder zur August-Dividende, dann dürfte sie Anfang Juli angekündigt werden. Und sie ist dann auch ein Gradmesser, welche Entwicklung das Management für die nächsten Jahre sieht. Bei einer marginalen Erhöhung von nur 1 Cent stehen harte Zeiten bevor. Damit rechne ich allerdings nicht. Ich glaube aber auch, dass sie 5 Cent Erhöhung des letzten Jahres nicht wiederholt werden. Irgendwo dazwischen wird es wohl sein.

Sollten es jedoch mehr werden, dann wäre das für mich ein Anlass, mir noch mal 10 weitere Aktien ins Depot zu legen. Ansonsten bleibe ich einfach weiter investiert und beobachte interessiert die weitere Entwicklung. Auf die nächsten 10 Jahre!

Auf einen Blick:

Unternehmen:General Mills
ISIN:US3703341046
Im Divantis-Depot seit:23.06.2014
Letzter Nachkauf am:23.07.2021
Stückzahl im Divantis-Depot:165
Durchschnittskaufkurs inkl. Gebühren:43,89 €
Gesamtkaufpreis:7.242,31 €
Bisher erhaltene Netto-Dividenden:1.801,89 €
Aktuelle Strategie:Bei Kursschwäche nachkaufen

für diesen Beitrag verwendete Quellen:
General Mills Reports Fiscal 2024 Third-quarter Results
General Mills Advances Accelerate Strategy and Expands Pet Food Portfolio with Acquisition of Edgard & Cooper

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10 Gedanken zu „10 Jahre im Depot und seitdem hat sich einiges getan“

  1. jo, was fällt mir zum Thema ein.
    Die liebe Nahrungsmittelbranche… Ich sehe immer wieder auf meiner WL, hier insbesondere Hershey, J.M.Smucker, Bunge Global, aber auch wenn man sich die bekanntesten Namen wie Kraft Heinz oder Nestle oder oder oder ansieht,
    das hier gepflegte Langeweile, angestrengtes Bemühen und aber auch gar kein Vorwärtskommen zu beobachten ist.
    Ich sehe seit einem halbem Jahr immer mal wieder nach Nestle und fühle mich jedesmal bestätigt, das es richig war, die nicht zu kaufen.
    Der Markt allgemein läuft ja seit geraumer Zeit wirklich sehr freundlich, aber wir wissen sofort, das es Technology,
    Financial(Insurance), Healthcare, z.T. Industrials und andere Branchen waren, aber nicht Consumer Defensive, hier bei General Mills speziell Packaged Foods, die den breiten Marktaufschwung getragen haben.
    Die großen aus Packaged Foods, hier Kraft Heinz ,General Mills, Kellog/Kellanova, Mc Cormick, Conagra, Campbell Soup, überall das gleiche etwas gequälte Chartbild.. seit Ende Bärenmarkt nur homöopathische Trippelschrittchen aufwärts,
    während der Markt Meter macht.

    Wer drin ist und ausgesessen hat bleibt drin, aber das mobile smart Money hat wenig bis gar keine Neigung, ausgerechnet bei Packaged Foods einzusteigen.
    Aber auch meine favorisierte Mondelez klemmt zur Zeit etwas fest.

    Ein Lichtblick bleibt der 5 Jahreschart von General Mills, da hier doch ein allmählicher langjähriger Aufwärtstrend zu erkennen ist. Für mutige ein guter Einstiegszeitpunkt (für mich nicht)
    sollte der Kurs von General Mills aber, warum auch immer, unter 60$ oder noch schlimmer unter 55 $ fallen, ist das Bild zertrümmert und es macht bei General Mills weiter keinen Sinn mehr. Aber davon sind wir ja noch weit entfernt.

    1. Wenn nicht jetzt, wann dann war es in den letzten 10 Jahren interessanter solche Consumer staple Dickschiffe einzusammeln? Aus meiner Sicht überwog beim Einsammeln dieser Titel die letzten beiden Jahre die Chance das Risiko, weil Du eine sehr gut Down Side protection hast , wenn das operative Ergebnis wegen externer Faktoren unter Druck kommt („Vorkosten/Lieferketten“), die temporär sind und über die Jahre auch veratmet werden können; dafür sind die Unternehmen vom Umsatz groß und resilient genug.

      „Gepflegte Langweile“…Na ja – was erzeugt denn die Spannung, nur der Kurs, oder auch was im Unternehmen passiert. JM Smucker (habe ich gerade zwei Mal gekauft) hat seinen Deal mit Hostess Brands („Twinkies“ als amerikanische Snack-Ikone) geclosed. Campbell Soup (mein Finger ist auf dem Abzug) closed Sovos Brands, kauft damit den am schnellsten wachsenden Pastasaucen-Hersteller (Umsatz 1 Mrd. USD) ein, und erweitert sein Sortiment damit um eine ganz neue Klasse an Glässchen und Döschen. Ob die die Multiples für die Käufe nicht etwas üppig waren, das sieht man dann in 5-10 Jahren, wenn wieder Good will abgeschrieben werden muss… :-)

      Also, Du kannst ja nicht Consumer Staples mit zyklischen Darlings der Börse vergleichen. Du setzt hier auf steigende Cashflows über einen langen Zeitraum. Auch wenn mir das Festmachen von Anlageerfolg an KPI wie Kurswachstum ein bisschen was abgeht: Auch mit solchen Titeln machst Du Verdoppler, so bei mir eine British Associated Foods als Beispiel steht dicke 100 Prozent im Plus, die ich aufgesammelt hatte, als sie niemand aber wirklich niemand haben wollte.

      Am Ende gilt hier reverse to the mean. Wenn man diese Titel langfristig im Depot hat, kommt man auf eine anständige Rendite.

  2. Hi Tobs,
    JM Smucker nach closing Deal Hostess Brands 11/23 etwa 20% hoch und gleich danach wieder 20% runter. Selber Kurs wie vorher, die Trader sind weitergezogen.
    Campbell Soup nach Closing Deal Sovos Brands 03/24 7% up, das gleiche wie der Gesamtmarkt, aber herrje, wenn man in den 10 Jahreschart reinzoomt, dann kann doch reverse to the mean (bei günstigem Einstieg) nur maximal die Rückkehr zum 10 Jahresdurchschnitt meinen, aber nicht mehr… Außer vielleicht noch Dividenden.
    Gleiches bei Smucker, null Phantasie drin. Gleiches bei vielen anderen aus der Branche.
    Und sorry, in 20 Jahren bin ich physisch vlt schon nicht mehr da, da lebe ich lieber im jetzt und heute und will vorankommen.
    Ich schätze das, was Tobs schreibt, weil auch ich damit lerne.
    Aber ich setze eher (streng konservativ und vorsichtig long only) auf etwa 20 bis 30 langfristige Topperformer (Blue Chips) diversifiziert auf den Vorderplätzen im Depot und wenn dann mal einer ausfällt oder zwei, werden sie eben durch einen oder zwei andere Topperformer ersetzt. Und ich ändere meine Stil wohl auch nicht mehr.
    Mein IZF über die gesamte Zeit liegt übrigens, weil wir das hier gerade mal hatten, auch „nur“ bei etwas über +8%
    aber ist besser als Tagesgeld. Besser geht`s bei mir auch nicht….
    Tobs fährt auf einem anderen Weg nach Rom als ich, aber möglicherweise kommen wir beide zum Ziel…
    ;-)
    Grüße

    1. Logo! Du siehst mich in Rom, wenn Du nach mir ankommst, mit einem Aperol Spritz winken. Falls Du vor mir ankommst, dann bitte schon mal einen für mich mit bestellen! :-)

    2. Hallo Zusammen,

      hat wer eine Meinung zum Absturz von Salesforce?

      Heute massiv runter. Nun bei FCF-Yield von knapp 5% mit einem Wachstum von nach wie vor knapp 10%. Und den Burggraben, einer einmal eingeführten Software, die sehr hohe Wechselkosten verursachen würde. On top der aktuelle Trend zum Start von Dividendenausschüttungen. Scheint mir gar nicht mal so unattraktiv.

      Sieht jetzt nicht so aus, als ob da der langfristige Aufwärtstrend gebrochen wäre…

      Beste Grüße,
      Chrischaan

      1. Hi Crischaan,
        auf die Schnelle,
        btw gab es gestern auch Kohl’s Corp mit -22% Discount und jetzt gibt es schon fast 10% Dividendenrendite.
        Ein Cut ist nicht bekannt und der Track ist auch ok, aber
        was macht Kohls ? Warenhäuser… wenn ich mir die „Erfolgsgeschichte“ von Karstadt Quelle, Arcandor, Galeria Kaufhof usw ansehe,
        weiß ich Bescheid und winke dankend ab….
        dann schon eher Walmart oder Costco

        zu Salesforce
        ich stecke da nicht tief in der Materie drin, aber da dürfte es der übergroßen Mehrheit der Marktteilnehmer genauso gehen…
        Also was macht Salesforce,
        Cloud und CRM
        Cloud ist klar und was ist CRM (da kommt das Börsenkürzel übrigens her) Customer Relationship Management
        (Pre/After Sales, potentielle/aktive Kunden etc etc.) Automatisierung des „lästigen“ Kundendienstes, Datenauswertung, Cross selling etcetc.
        Ich war bei Salesforce nie dabei und habe es auch mit Discount nicht vor.
        Hier ist meine Einschätzung, das der Burggraben nicht so groß ist, wie er von CRM gerne gesehen werden will.
        Cloud kannste schon an jeder Ecke beim „Zeitungskiosk“ kaufen, viele kompetente Anbieter, ruinöser Preiswettbewerb.
        CRM gibt es sehr viele Anbieter, auch viele junge aufstrebende Unternehmen, also da ist reichlich Konkurrenz.
        Die Mega und Large Caps entwickeln möglicherweise auch firmeneigene Software oder entwickeln einfach bereits bereits vorhandene Lösungen weiter, da sie paßgenauer sind.
        Jetzt kommt mein Achtungszeichen: CRM/Salesforce ist Konjunkturabhängig.
        Software, Technology, Hardware ist eben nicht immer das gleiche. Es gibt die KI getriebene Hardware-Entwicklung
        die nur von der Überwindung technischer Grenzen nur um ihrer selbst willen wirtschaftlich lebt und wo es um Macht und Schnelligkeit geht und auf der anderen Seite die Software, die sich mit den „Mühen der Ebenen“ beschäftigt.
        Das Wachstum von Salesforce ist abhängig von der Bereitschaft ihrer Kundenunternehmen, weiter zu investieren und da ist jetzt möglicherweise die Handbremse angezogen, weil es zwar moderates Wachstum gibt, aber der Ausblick in die Zukunft stark unsicher ist. Also maximal stagnierende Erträge auf längere Sicht für Salesforce.
        Vielleicht wedeln sie noch mal ganz laut mit “ Wir machen jetzt auch in KI“
        aber das ändert nichts am harten Brot Customerrelationsship Management. Es wird für viele Unternehmen zunehmend spürbar, das die Preiserhöhungsgrenzen langsam erreicht sind und die Kunden unwillig werden… Kluge Unternehmen überreizen hier nicht…
        Auch interessant, zu sehen wer noch mit eingebrochen ist, z.Bsp ServiceNow -12%, etwa ähnliches Geschäftsmodell
        und die Stimmung im Technology Bereich kann immer wieder ins negative umschlagen…
        also für mich nix.
        und wenn hat, es keine Eile
        die gibts nächste Woche und nächsten Monat auch noch billiger.
        Meine Meinung.
        Grüße

          1. Hallo Thomas,

            irgendwie wurde bei „Kohl’s“ etwas vom System als HTML-Code interpretiert. Habe es korrigiert, Dein Kommentar sieht wieder normal aus.

            Viele Grüße Ben

        1. Danke für die kritische Meinung. Das gibt einem immer die Möglichkeit darüber nachzudenken, ob das initiale Interesse wirklich berechtigt ist oder doch besser hinterfragt werden muss. 

          CRM im Allgemeinen

          Du beschreibst einen Punkt ganz am Anfang, den ich ebenfalls schon öfters gedacht habe: „des “lästigen” Kundendienstes“. Ich glaube diese Meinung ist vor allem bei den intern wirkenden Abteilung weit verbreitet (Produktentwicklung, Technologieentwicklung, Operationsmanagement usw.). Meine Erfahrung ist aber auch, dass die meisten in der Geschäftsleitung dies komplett anders sehen. Eine optimale Kundenbeziehung ist nämlich nichts Lästiges sondern ganz im Gegenteil, kann den Unterschied ausmachen (Gute Produkte vorausgesetzt). Und selbst im technischen Bereich wird man selbst davon beeinflusst wie Zulieferer auftreten. Bieten sie zu guten Produkten auch guten Service? Agieren sie professionell und kompetent? Usw. Dies hat definitiv einen Einfluss auf Kaufentscheidungen. Deswegen sehe ich entgegen meiner Natur die Salesorganisationen und deren Auftreten als viel wichtiger an als der ein oder andere denkt.

          Wettbewerbssituation Salesforce

          Das ist auf jeden Fall ein Punkt in den ich nochmal tiefer eintauchen muss. Es gibt ja immer viele Softwarebuden. Die Frage ist eher, gibt es ernstzunehmenden Wettbewerb.
          Grundsätzlich hat man definitiv aber hohe Wechselkosten, wenn man ein solches Softwaresystem austauscht. Und an der Schnittstelle zum Kunden wird da keiner experimentieren.

          Preisgestaltung

          Du sprichst die permanenten Preiserhöhungen an. Ein guter Punkt der bei Salesforce aber gar nicht so schlimm sein dürfte. Die haben 2023 im Aug im Schnitt die Preise um 9% erhöht. Und davor das letzte mal 2016 (!). Ich würde das eher in die von dir genannte Kluge-Unternehmes-Kategorie einordnen.

          https://www.jdrgroup.co.uk/blog/salesforce-price-increase-implications-for-small-business-owners

          Kunden von Salesforce

          Auch da muss ich noch bisschen tiefer rein. Aber auf den ersten Blick gefällt mir die extrem breite Aufstellung über Branchen, Unternehmensgrößen und auch Regionen hinweg. Man möge mal die Kundenstories durchschauen. Unter anderem hier:

          https://salesforce.vidyard.com/watch/xXFS6iw8QepgXEzWLVNQzB?

          Achtung Werbevideo von Salesforce, aber wenn sich das hohe Management von Siemens (CIO, SVP) hergibt, wird es schon eine gewisse Ernsthaftigkeit haben. Man findet auf die Schnelle auch Namen wie L’Oreal oder General Mills usw.

          Konjunkturabhängigkeit

          Dieses Achtungszeichen verstehe ich nicht. Seit 2001 gab es kein Jahr mit Umsatzrückgang! Weder in der Finanzkrise noch in Corona noch in 2022/2023. Der Umsatz und auch die Cashflows weißen eigentlich genau die Entwicklung auf, die man haben möchte. Außerdem steigt der operative Cashflow viel stärker als die Capex.

          https://roic.ai/quote/CRM:US/financials

          Hier kann man die Daten bis 2001 in einem Diagramm for free ansehen. Sieht für mich beeindruckend aus.

          Bilanz

          Als unangenehm empfinde ich den sehr hohen Goodwill in der Bilanz und die hohen Stock-Based-Compensations. Dem gegenüber steht eine tolle Eigenkapitalquote und ein Nettoguthaben.

          Fazit: Ich beschäftige mich weiter damit.

          Vielleicht ist ja hier jemand aus dem Bereich des CRM und kann eigene Erfahrungen teilen?!

  3. Hi Crischaan,
    Ergänzung
    Kenne selbst Vertriebsstruktur und Funktion in einem mittleren Konzern ganz gut.
    natürlich gibt es immer zwei Sichtweisen. Klar ist ein Super-Kundendienst, quasi eine Rund-um-Sorglos-Schnittstelle,
    am besten 24/7 online und „analog“ vor Ort jederzeit ansprechbar ein absolutes Muß für erfolgreiche Unternehmen.
    Alle Mails werden am besten sofort beantwortet…
    Geschäftsleitungen träumen davon. Auf der anderen Seite ist es ein harter Job, wenn unangenehme Reklamationen oder einfach nur potentielle Kaufinteressenten digital in der Endloswarteschleife hängenbleiben oder der digitale Assistent zum 10. und 100. Mal die Frage nicht versteht und der eine kompetente Mitarbeiter gerade leider im Urlaub oder krank ist oder schon Feierabend hat.
    Will sagen, Computer sind (noch) so doof, das an der Schnittstelle zum anspruchsvollen Kunden immer noch Menschen agieren müßen. Die müssen freundlich und kompetent sein, gut bezahlt und es müssen ausreichend Mitarbeiter dafür da sein. Wir brauchen hier nur an den Kunden-Service unserer „Lieblingsbroker“ zu denken und schon ist klar, das Kosten Prio 1 haben und nicht immer der Kunde. Träumt schön weiter vom perfekten Kundenservice…
    Wenn es aus Kostengründen nicht genug Mitarbeiter gibt, oder diese nicht ausreichend motiviert sind, dann kippt das mit dem Aushängeschild CRM auch wieder ganz schnell und da hilft Salesforce nur bedingt. Außerdem sind es immer auch Schnittstellen zum Marketing und Vertrieb und wenn Marketing, Produkt, Vertrieb oder CEO nichts taugen, hilft CRM auch nichts.

    Mit Preiserhöhungen meinte ich die Möglichkeiten der Kundenunternehmen von Salesforce, ihrerseits Preise zu erhöhen, nicht die Preisanhebungen von Salesforce direkt.
    Ich denke z.Bsp. Starbucks ist mit Preiserhöhungen am Ende der Fahnenstange, nur um ein Beispiel zu nennen.
    daher Stichwort Konjunkturabhängigkeit. Salesforce ist von seinen Kunden abhängig und wenn es den Kunden von Salesforce nicht gut (genug) geht, dann gibt es eben mal einen Absturz von 20%.

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